Was ist ein Advertorial?

Hier ist auf den ersten Blick klar, was Werbung ist. Genau das soll beim Advertorial verhindert werden.

Advertorials sind jedem, der PR macht, schon einmal untergekommen. Die beliebte Mischform aus Anzeige und redaktionellem Text wird gerne von Anzeigenabteilungen verkauft, da sie zwei wesentliche Vorteile gegenüber klassischen Printanzeigen bietet.

Das Kofferwort Advertorial besteht aus dem Englischen „Advertisement“ und „Editorial“. Das eine ist bezahlt, dass andere ein Beitrag, den die Redaktion unabhängig verfasst hat.

Advertorials muten von der Aufmachung an wie ein redaktioneller Artikel, meist mit Bild und Text wie andere Beiträge des Magazins auch. Das bietet zwei Vorteile:

  1. Der Leser bekommt die Informationen des Unternehmens in einem Umfeld dargeboten, das sich nicht so deutlich abhebt wie eine gestaltete Anzeige.
  2. Der Kunde, in diesem Fall das Unternehmen, dass beim Medium das Advertorial bucht, hat Einfluss auf den Text und bekommt Text und Bilder in der Regel zur Freigabe vorgelegt. Manchmal überlässt das Medium die Texterstellung gleich ganz dem Auftraggeber. In anderen Fällen lässt sich das Medium lediglich Infos zuschicken.

Rechtliche Situation

In Deutschland müssen Anzeigen und redaktionelle Artikel klar getrennt werden. Die Nutzer eines Mediums sollen erkennen können, für welchen Beitrag Geld geflossen ist und für welchen eben nicht. Von daher müssen Advertorials mit dem Wort Anzeige gekennzeichnet sein.

Einige Leser übersehen das Wort Anzeige und halten die Informationen für genauso authentisch wie die redaktionellen Beiträge. Oft übertreiben Marketingabteilungen und Kommunikatoren allerdings auch, so dass der Leser beim Lesen des Textes schnell registriert, dass es sich nicht um einen redaktionellen Beitrag handeln kann, da der Beitrag viel zu werblich ist.

Manchmal „vergessen“ einzelne Medien auch, das Wort Anzeige über den Advertorial-Text zu stellen. Ein Vorgehen, das immer wieder zu Kritik führt, jedoch selten Konsequenzen nach sich zieht.

Formen des Advertorials

Advertorials gibt es nicht nur im Printbereich. Auch online spielen die bezahlten Texte im redaktionellen Umfeld eine wichtige Rolle. Egal, ob auf Nachrichtenseiten oder Blogs, bezahltes Bild- und Textmaterial in Form von Advertorials ist eine wichtige Einnahmequelle von Verlagen.

Die Preise für Advertorials schwanken stark – abhängig von Auflage, Page-Views oder Zielmedium, einige Medien bieten diese Form der Werbung auch gar nicht an sollte gut überlegt werden, wann ein Advertorial Sinn ergibt und wann eine klassische, gestaltete Anzeige besser geeignet ist.


Zum Autor:

julius_brockmann_sw_klJulius Brockmann ist PR-Berater bei Sputnik. Er unterstützt Unternehmen aus dem Bereich Lebensmittel & Genuss sowie Senioren & Medizin bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Zudem ist er Ansprechpartner für Social Media in der Agentur für Unternehmenskommunikation. Vor seiner Zeit in der PR-Branche studierte er Medien und Politik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Seit Anfang seines Studiums arbeitet er als freier Mitarbeiter für regionale Tageszeitungen sowie Special-Interest-Titel. Privat bloggt er unter ruhrwohl.de zu den Themen Food, Interior und Reise.

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