Nach der CEBIT – Hannover Messe gewinnt an Bedeutung

21. März 2019 // Malte Limbrock

Die CEBIT ist Geschichte und IT-Unternehmen fragen sich: Welche Messen eignen sich als alternative Plattform? Für die industrienahe Digitalwirtschaft wird jetzt vor allem die Hannover Messe zum Hoffnungsträger. Doch wie können Unternehmen die Veranstaltung kommunikativ am besten nutzen?

Er fühlt sich komisch an, der Rückblick auf die letzte CEBIT. Als hätte sich ein alter Bekannter, der nicht gerade für modische Experimente bekannt war, plötzlich einen schrillen Look zugelegt – und darin für immer verabschiedet. Welches Bild bleibt von der CEBIT in Erinnerung? Wie werden wir auf die einst größte Computermesse der Welt zurückblicken?

Bleiben die brummenden 90er- und frühen Nuller-Jahre, als die CeBIT zwischen 500.000 und 800.000 Besucher anlockte, im Gedächtnis? Die anschließenden Jahre des stetigen Teilnehmerschwundes? Oder doch die farbenfrohe Abschlussveranstaltung 2018 mit viel Festival-Deko, Liegestühlen und bunten Sneakers, aber eben nur sehr wenigen Menschen – gerade einmal 120.000 Besuchern?

Die CEBIT ist weg! Und jetzt?

IT-Unternehmen fragen sich nun: Welche Veranstaltungen bieten anstelle der CeBIT heute eine alternative Plattform, auf der sie mit ihren Zielgruppen in Kontakt treten können? Für Firmen der digitalen Wirtschaft, die das Industrieumfeld adressieren, hat die Deutsche Messe AG bereits den Wink mit dem Zaunpfahl geliefert: „Die industrienahen Digitalthemen der CEBIT werden in der Hannover Messe weitergeführt“, hieß es in einer Presseerklärung zum Veranstaltungs-Aus.

Für die übrigen Themenfelder der CEBIT werde man „inhaltlich spitze Fachveranstaltungen“ entwickeln, die sich gezielt an Entscheider ausgewählter Branchen richten. Damit reagiert die Deutsche Messe AG (spät) auf einen Trend, der sich bereits seit Jahren abzeichnet. Viele IT-Unternehmen erachten Branchenmessen in Bereichen wie Industrie, Logistik, Marketing oder Bauwirtschaft längst als zielführender für die Generierung von Leads als eine horizontale Computerfachmesse, wie es die CEBIT war.

Branchenveranstaltungen werden wichtiger

Seit Jahren gewinnt für IT-Unternehmen, die mit ihren Lösungen die Industrie adressieren, vor allem die Hannover Messe an Bedeutung. Die Zahl der Aussteller aus der Digitalwirtschaft steigt. Das macht es für diese zugleich schwerer, sich im Kampf um die Aufmerksamkeit der Fachöffentlichkeit von anderen Unternehmen aus ihrem Marktumfeld abzuheben.

Doch wie gelingt eine souveräne Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu einer Fachmesse? Im Folgenden haben wir fünf Instrumente zusammengestellt, die Aussteller in Sachen PR im Blick haben sollten.

Zentrale PR-Maßnahmen bei Fachmessen:

1. Messeankündigung

Kündigen Sie die Schwerpunktthemen Ihres Messeauftritts rechtzeitig im Vorfeld der Veranstaltung an. Spätestens sechs bis acht Wochen vor Messestart sollten Sie eine erste Pressemitteilug hierzu an Ihre Zielmedien schicken. Schließlich sollen die Redaktionen ausreichend Zeit haben, Ihre Ankündigungen im Rahmen der Vorberichterstattung zur Messe auch in der Printausgabe unterzubringen.

2. Pressekontakte vor Ort

Nutzen Sie die Gelegenheit, um mit interessierten Journalisten persönlich in Kontakt treten. Ob sich für die Informationsvermittlung von Angesicht zu Angesicht eher eine Pressekonferenz oder ein Einzelgespräch eignet, sollten Sie von der Zahl der interessierten Medienvertreter und ihren personellen Ressourcen vor Ort abhängig machen.

3. Bildmaterial

Im Themenumfeld IT stehen Unternehmen vor der großen Herausforderung, vorwiegend virtuelle Produkte und Lösungen im Rahmen ihrer Kommunikationsaktivitäten bildhaft in Szene zu setzen. Dennoch gilt: Auch bei digitalen Themen steigert gutes Bildmaterial die Chancen auf eine Veröffentlichung signifikant. Nutzen Sie das vielseitige Messeumfeld für die Erstellung von attraktivem Bildmaterial – zum Beispiel, indem Sie Präsentationssituation rund um Ihr Portfolio fotografisch abbilden. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich hierbei auch Bewegtbild-Inhalte– zum Beispiel Aufsager-Videos mit einem Messefazit.

4. Pressemappe

Bei Fachmessen gehören gedruckte Pressemappen weiterhin zum Standard. Bestücken Sie Pressefächer für Journalisten im Pressezentrum und hinterlegen Sie auch direkt am Messestand einige Mappen, in denen Sie die wichtigsten Presseinformationen zu Ihrem Auftritt zusammenfassen.

5. Fazit

Im Anschluss an die Veranstaltung ist es durchaus sinnvoll, eine Pressemitteilung mit einem Fazit zu versenden. Fassen Sie die wichtigsten Themen Ihres Messeauftritts zusammen, im Idealfall indem Sie gegenüber der Vorankündigung eine andere Schwerpunktsetzung wählen. Greifen Sie zudem ein aktuelles Fazit zum Verlauf der Veranstaltung auf. Liefern Sie aktuelles Bildmaterial von Ihrem Auftritt vor Ort mit!

Mit dem oben skizzierten Maßnahmenpaket können Unternehmen den Nachrichtenanlass einer Messe nutzen und ihren Auftritt bei vertretbarem Aufwand kommunikativ begleiten. Das gilt übrigens nicht nur für die Hannover Messe: Im vergangenen November hat bereits die SPS IPC Drives in Nürnberg ihre wachsende Bedeutung für IT-Unternehmen mit Industriefokus unterstrichen.

Auch die BAU 2019 in München hat sich als attraktiv für die digitale Wirtschaft mit Lösungen für das Baugewerbe erwiesen. Fest steht: Nach dem Wegfall der CEBIT schlägt die Stunde der branchenspezifischen Fachmessen mehr denn je. Nutzen Sie die Gelegenheit durch professionelle Kommunikationsaktivitäten!

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zum Autor

Malte Limbrock ist PR-Berater bei Sputnik. Er betreut als Branchenleiter vorwiegend Kunden aus dem Bereich IT & Telekommunikation. Außerdem leitet er das Sputnik Büro in Bonn. Malte Limbrock hat Kommunikationswissenschaft, Psychologie und Politikwissenschaft studiert und „seit er denken kann“ journalistisch gearbeitet – bei Tageszeitungen, Nachrichtenagenturen, Online-Medien, Magazinen und im Rundfunk. Bei Sputnik ist er heute außerdem Ansprechpartner für internationale PR-Projekte.

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