Personalie als Pressemitteilung ≠ mein schönstes Ferienerlebnis

10. Mai 2016 // Redaktion

Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Carina Wübbels. Seit vier Jahren bin ich PR-Beraterin bei Sputnik in Münster. Neben der klassischen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für B2B- und B2C-Kunden gehört die Produkt-PR zu meinen Aufgaben. Darüber hinaus organisiere ich zusammen mit meinem Kollegen Tobias Patzkowsky die „Sputnik-Akademie“ zur internen Aus- und Fortbildung. Warum ich Ihnen das erzähle? Finden Sie alles nicht so spannend? Verständlich. Denn, Personalien sind ja immer so eine Sache. Für Publikumsmedien eignet sich dieses Format wirklich nur in Ausnahmefällen. Ein gutes Beispiel ist die Tagesschausprecherin Linda Zervakis. Als die gebürtige Hamburgerin mit griechischen Wurzeln 2010 ihre neue Aufgabe übernahm, berichteten viele große Titel für verschiedene Zielgruppen darüber.

Bei den Fachmedien sind Personalien hingegen sehr beliebt. Je länger eine Person in einer Branche unterwegs ist, oder auch je bekannter der (neue) Arbeitgeber bzw. je wichtiger die (neue) Position ist, desto mehr Resonanz kann eine gut geschriebene Personalie erfahren.

Welche Funktionen im Unternehmen sollten überhaupt kommuniziert werden? Denkbar, aber nicht immer sinnvoll sind:

  • Geschäftsführung
  • Vertrieb
  • Marketing
  • Produktmanagement / Produktentwicklung
  • PR / Presseabteilung
  • Forschung & Entwicklung
  • Für die jeweilige Branche wichtige Positionen, z.B. leitender Ingenieur

Für die Standortmedien könnte unter bestimmten Voraussetzungen Ausbildungsplätze und ihre Besetzung übrigens recht interessant sein. Denn der ausbildende Betrieb übernimmt Verantwortung und zeigt die Verwurzelung in der Region. Nebenbei sei gesagt, dass diese PR-Maßnahme einen wertvollen Beitrag zum Employer Branding leisten kann. Auch hier gilt: Auf das Verhältnis kommt es an. Ein neuer Azubi zum Industriekaufmann ist wenig spannend, ein Destillateurs-Azubi in einer Kleinstadt hingegen schon.

In eine ordentliche PR-Mitteilung “Personalie” gehören:

  • Name der Person
  • Neues / aktuelles Unternehmen
  • Aufgaben / Projekte
  • Vorherige Stationen / ggf. Ausbildung oder Studium
  • Ein Porträtfoto

Ergänzend und je nach Position können kurz-, mittel- und langfristige Zielsetzungen, die in Zusammenhang mit der Personalie stehen, aufgeführt werden.

Nicht so interessant für die Fachmedien und ihre Leser sind hingegen Hobbys und Freizeitgestaltung à la „mein schönstes Ferienerlebnis“. Ist eine Person schon länger im Berufsleben sind auch nicht alle Stationen des Lebenslaufs interessant. Wen interessiert nach zehn Jahren in der Pressearbeit schon noch der Kellner-Job im Studium? Es sei denn, die Kombination ist besonders kurios oder man macht nun die PR für ebendieses Restaurant.

Für die Personenvorstellung auf eigenen Kanälen wie Website und Blog darf es gern, hier kommt es natürlich wie immer auch auf die Branche an, etwas lockerer und humoriger sein. Wir sind ja schließlich alle nur Menschen. Was könnte ich Ihnen also noch über mich erzählen? Hm. Ich habe eine Vorliebe für Schuhe und besitze somit auch, ähm, ein paar Paar.

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