Veröffentlicht am: 7. Januar 2015Von: Kategorien: PR

Wieso? Weshalb? Warum? Die sogenannte Generation Y hinterfragt gerne und viel. Auch der Autor dieser Zeilen gehört ihr an. Doch was hat es mit dieser Generation auf sich und vor welchen Herausforderungen stehen Unternehmen mit ihr?

Mit dem Eintritt der 1980er Jahrgänge in die Arbeitswelt haben sich die Perspektiven verschoben: Weg vom Arbeitgeber, hin zum Arbeitnehmer. Gründe dafür gibt es reichlich. So sind die meisten Mitglieder der Generation Y sehr gut ausgebildet, selbstbewusst und in einem Umfeld aufgewachsen, welches sich durch Überfluss und relativem Wohlstand auszeichnet. Damit einhergehend ist es vielen unbekannt, das mühsam angesparte Geld für einen materiellen Gegenstand zu investieren wie es noch bei unseren Eltern der Fall war. Man will nicht lange warten, um etwas besitzen zu können, sondern man möchte es sofort haben. Und zwar in der Form, die einem persönlich am Sinnvollsten erscheint. In der sogenannten „Sharing Economy“ wird das Teilen zum neuen Haben. Ausprägungen dieser Sichtweise finden sich bei Geschäftsmodellen wie Airbnb oder Car2go.

Rahmenbedingungen der Arbeit

Diese neue Lebensweise hat unweigerlich Auswirkungen auf das Arbeitsleben. Darauf, wie wir arbeiten wollen, was wir arbeiten wollen und wie wir unsere Karriere gestalten möchten. Die berühmte Frage nach dem Sinn der eigentlichen Arbeit ist da nur ein Teilaspekt. Vielmehr geht es darum, unter welchen Rahmenbedingungen wir unserem Job nachgehen wollen. Schließlich verbringt man mehr Zeit in seinem Job und mit den Arbeitskollegen als mit Freunden, Partner oder Familie. Damit einher gehen Fragen wie: „Warum soll ich fünf Tage lang die Woche zur immer gleichen Zeit ins Büro kommen, wenn dies nicht zu meinem Lebensrhythmus und meiner Leistungsstärke passt?“ oder „Wieso kann ich meine Arbeit nicht anders einteilen, wenn ich Zeit für die Erziehung meiner Kinder benötige?“ oder „Wieso soll ich an einem festen Arbeitsplatz im Büro gebunden sein, wenn ich deutlich effizienter mit dem Laptop zu Hause arbeiten kann?“

Man verbringt mehr Zeit in seinem Job unf mit den Arbeitskollegen als mit Freunden, Partner oder Familie.

Die Generation Y ist kein plötzlich auftretendes Phänomen, welches schnell wieder verschwindet. Die Anforderungen dieser Generation werden die Arbeitswelt nachhaltig verändern. Flexibilität in Form von Arbeitszeiten, Home Office oder Sabbaticals, eine entsprechende Work-Life-Balance und die kontinuierliche Weiterbildung sind wesentliche Faktoren. Beispiele dafür gibt es reichlich. Aufgrund des demographischen Wandels rücken immer weniger Fachkräfte nach. Bereits 2020 wird fast die Hälfte aller Arbeitskräfte weltweit der Generation Y angehören.

Personalmarketing

Personalmarketing muss Mitarbeiter einbeziehen

Wie können sich Arbeitgeber darauf einstellen? Wie lässt sich über ein gezieltes Employer Branding eine glaubwürdige Arbeitgebermarke aufbauen? Wo sind die Grenzen des Personalmarketings? Zunächst gilt es, sich selbstkritisch zu hinterfragen und zu analysieren, ob und wo Verbesserungsbedarf in den Arbeitsbedingungen herrscht. Dabei wichtig: die Einbeziehung der Mitarbeiter. Klingt simpel, wird jedoch noch häufig vernachlässigt. Nur wenn Mitarbeiter das Gefühl haben mit einbezogen zu werden, führt dies zu einer langfristig gestärkten Bindung zum Unternehmen. Zudem sollte jederzeit authentisch, klar und nachvollziehbar kommuniziert werden. Um Transparenz zu zeigen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Wichtig ist es, zunächst im Zuge des Personalmarketings die geeigneten Kanäle wie Unternehmenswebsite, Social Media und nicht zuletzt die eigenen Angestellten zu addressieren. Potenzielle Mitarbeiter werden im Internet nach Einblicken ins Unternehmen suchen und Angestellte auch direkt kontaktieren wollen. Dabei können Unternehmensvideos von echten Mitarbeitern helfen, die ihren Arbeitsalltag schildern. Auch unabhängige Online-Plattformen zur Unternehmensbewertung wie kununu bieten hier Möglichkeiten zur transparenten Darstellung. Darüber hinaus gibt es auch Auszeichnungen, die das Image des Unternehmens stärken. Institute oder Verbände prüfen dabei nach unterschiedlichen Kriterien die Firmen und schaffen mit den Siegeln und Auszeichnungen Vertrauen.

Über allen Maßnahmen steht jedoch die Glaubwürdigkeit. Es sollte nur das kommuniziert werden, was tatsächlich der Realität entspricht. Dann bieten sich jede Menge Chancen, denn die Generation Y hat Lust etwas zu verändern und Strukturen aufzubrechen: Eine spannende Zeit, von der die Unternehmen profitieren können, wenn sie bereit sind, sich auf einen Wandel einzulassen.

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zum Autor

Julius Brockmann

Julius Brockmann ist PR-Berater bei Sputnik. Er leitet die Unternehmenskommunikation und ist Volo-Betreuer. Vor seiner Zeit in der PR-Branche studierte er Medien und Politik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Seit Anfang seines Studiums arbeitet er als freier Mitarbeiter für regionale Tageszeitungen sowie Special-Interest-Titel. Privat betreibt er den Blog www.ruhrwohl.de zu den Themen Food, Interior und Reise.