Wie finde ich die richtige Agentur für meine Unternehmenskommunikation?

7. März 2017 // Julius Brockmann

Ist ein kleines oder mittelständisches Unternehmen auf der Suche nach einem Kommunikationsexperten, findet es bei Google eine schier unendliche Auswahl an Agenturen, Beratern und Fachleuten im deutschsprachigen Raum. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Vor allem, da einige Dienstleister sehr kreativ in der Selbstbeschreibung sind.

Mit so schnöden, aber treffenden Bezeichnungen wie Marketingkaufmann und PR-Beraterin kann meist noch jeder etwas anfangen, was aber sind Positionierungsdesigner und welche Aufgaben hat ein Brand Communication Manager? Und vor allem: Brauche ich den, wenn ich ein neues Produkt im Markt einführen will?

Lokale Nähe, Erfahrung in der Branche oder ein großer Player? Überlegen Sie ganz genau, was Ihnen wichtig ist.

Hier sind sieben hilfreiche Tipps, wie Sie die Agentur oder die Berater finden, die zu Ihnen passen.

  1. Wissen Sie schon, welche Kommunikationsmaßnahmen sie umsetzen wollen, kennen Zielgruppe, Zielmärkte und Kernbotschaften? Dann sollten sie von allem, was Positionierung im Namen hat oder verkaufen will, Abstand nehmen, denn Sie sind viel weiter, als diese Experten das gerne hätten. Es sei denn, Sie haben Zweifel an dem, was Sie tun und sind bereit, sich auf einen längeren Prozess des Hinterfragens einzulassen. Dann kann eine neue Positionierung genau das richtige für Sie sein.
  2. Kennen Sie Ihr Budget? Auch das kann bei der Auswahl eines Dienstleisters hilfreich sein. Sehr große Agenturen haben oft sehr hohe Stundensätze. Wenn Sie nur 2.000 Euro im Monat ausgeben wollen oder können, sollten sie diese gar nicht erst anfragen. Auch wenn es zu einem Geschäftsabschluss kommen sollte, können Sie sicher sein, es künftig mit Praktikanten und Anfängern zu tun zu bekommen. Das muss nicht schlecht sein, sind diese doch oft besonders motiviert. Sie können aber eben auch nicht erwarten, den Senior-Berater bei jedem Anruf an die Strippe zu bekommen.
  3. Spielt regionale Nähe eine Rolle? Wenn ja, durchforsten Sie die Website nach dem oder den Standorten des Dienstleisters und fragen Sie ganz gezielt, wie viele Leute an Ihrem präferierten Ort arbeiten. Denn nur weil Sie mit Ihrer Google-Suche Agentur Dortmund bei Anbieter XY gelandet sind, heißt das nicht, dass dieser auch tatsächlich dort einen Sitz und Mitarbeiter hat. Zudem: Auch in Elmshorn kann man für ein Unternehmen aus Bamberg gute Kommunikation machen, nur manchmal ist es eben doch besser, nah dran zu sein. Besonders, wenn es Ihnen wichtig ist, dass der Dienstleister häufiger bei Ihnen aufschlägt.
  4. Gibt es Referenzen aus der Branche? Auch hier gilt wieder: Es muss nicht unbedingt ein Ausschlusskriterium sein, wenn eine Agentur keine Referenzen aus Ihrer Branche vorweisen kann. Je nachdem, welche Projekte Sie mit dem Dienstleister umsetzen wollen, kann es sogar ziemlich egal sein, da oft nicht die Branche entscheidet, sondern die Maßnahme. Was uns auch gleich zu Punkt 5 führt…

5. Sie wollen mit Ihren Themen in die Publikumspresse? Dann fragen Sie besser keine Marketingagentur an, auch wenn sie viele Referenzen aus genau Ihrer Branche vorweisen kann. Denn E-Mail-Marketing ist eine andere Disziplin als Pressearbeit. Teilweise ist der Ansatz und die Denke eine komplett andere, auch wenn beide Dienstleister auf den ersten Blick die gleichen Leistungen anbieten. Sind Sie sich unsicher, lassen Sie sich das Vorgehen erklären.

6. Wollen Sie ein Projekt umsetzen oder könnten Sie sich vorstellen, mehrere und unterschiedliche Aufgaben an einen Dienstleister zu übertragen? In erstem Fall ist die Sache klar. Nehmen Sie einen Spezialisten, auch wenn dieser vielleicht nur zwei Mitarbeiter beschäftigt. Für den zweiten Fall könnten Generalisten hilfreicher sein. Zwar gibt es in Deutschland vermutlich nur eine Handvoll guter Full-Service-Agenturen, die sowohl den Namen verdient haben als auch in vielen Disziplinen sehr gute Ergebnisse liefern, dennoch sind auch die 10.000 anderen so genannten Full-Service-Dienstleister nicht per se schlecht. Fragen Sie einfach nach der Spezialisierung und setzen sie diese in Verhältnis zur Mitarbeiterzahl. Wird auch auf Nachfrage behauptet, eine Agentur mit 15 Mitarbeitern könne SEO, PR, Webdesign und Werbung gleichermaßen, nehmen Sie schnell Reißaus.

7. Fragen Sie nach dem Kennenlernen, wer demnächst für Sie arbeiten würde. Hört sich komisch an, ist aber wichtig. Sie müssen (und sollten) Ihren künftigen Ansprechpartner ja nicht gleich heiraten, aber sympathisch sollte er Ihnen schon sein. Es ist keine gute Voraussetzung wenn Sie bei Telefonaten mit dem Dienstleister immer ein negatives Gefühl haben – auch wenn die Arbeitsergebnisse gut sind. Kommunikation ist Vertrauenssache und wir vertrauen den Menschen mehr, die wir gut leiden können. Gerade bei einer dauerhaften Zusammenarbeit sollte der Nasenfaktor also stimmen.

zum Autor

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Zudem ist er Ansprechpartner für Social Media in der Agentur für Unternehmenskommunikation. Vor seiner Zeit in der PR-Branche studierte er Medien und Politik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Seit Anfang seines Studiums arbeitet er als freier Mitarbeiter für regionale Tageszeitungen sowie Special-Interest-Titel. Privat bloggt er unter www.ruhrwohl.de zu den Themen Food, Interior und Reise.

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