7 Tipps für einen erfolgreichen Web-Relaunch

27. November 2019 // Christian Wopen

Der Website-Relaunch löst in vielen Unternehmen einen Abwehrreflex aus. Zwar weiß jeder: Die alte Website hätte regelmäßig überarbeitet werden sollen. Inhalte sollten erstellt sowie die Technik auf dem neuesten Stand gehalten werden und auch ein optisches Facelift wäre angebracht gewesen – aber immer waren andere Projekte wichtiger; Zeit, Personal oder Budget waren knapp.

Nun gibt es kein Zurück mehr. Die bestehende Seite ist veraltet. Sie ist sogar ein Sicherheitsrisiko und der Vertrieb klagt an: Der Wettbewerb wirkt im Netz schon lange professioneller, moderner und landet zuverlässig auf der ersten Seite bei Google. Spätestens jetzt ist es Zeit für einen Website-Relaunch.

Für die Konzeption lohnt sich oftmals ein Blick von außen.

1. Fangen Sie vorne an!

Wir denken in Bildern. Bei einem Website-Relaunch greifen viele Menschen daher sofort zu Zettel und Stift und zeichnen sich eine Startseite. Solche Papierprototypen oder Wireframes sind nicht falsch, kommen aber erst später ins Spiel.

Finden Sie zunächst heraus, was die neue Website leisten soll. Sie ist kein Selbstzweck und in den allermeisten Fällen mehr als eine digitale Visitenkarte. Dazu nehmen Sie sich Zeit. Es kann ein oder zwei Tage dauern, bis die Grundlage für ein Website-Konzept zusammengetragen sind.

Selbst wenn Sie die Website später selbst umsetzen möchten. Für die Konzeption lohnt sich oftmals ein Blick von außen. Jemand, der ihre Zielgruppen und Botschaften hinterfragt, die (technischen und inhaltlichen) Fallstricke des Website-Relaunchs kennt und den Aufwand ihrer Ideen realistisch abschätzen kann, sollte unbedingt an der Konzeption beteiligt sein.

2. Berücksichtigen Sie ihre Zielgruppe

Als normale Nutzer nutzen wir Websites als Plattformen, auf denen wir eine bestimmte Handlung ausführen: ein Video gucken, etwas bestellen, uns informieren oder registrieren usw. Wenn uns die Website diese Handlung erschwert, dann sind wir frustriert und unzufrieden. Vielleicht brechen wir ab und suchen uns eine andere Seite.

Fragen Sie sich genau, was ihre Zielgruppe bei ihnen auf der Website möchte und was Sie von Ihrer Zielgruppe möchten. Dann planen Sie Informationsarchitektur, Design und die gesamte Customer Journey entsprechend dieser Bedürfnisse. Helfen Sie Ihren Nutzern, ihre Ziele so schnell und einfach wie möglich zu erreichen. Trauen Sie sich dabei, es anderen, weniger wichtigen Nutzergruppen vielleicht nicht recht zu machen. Die Seite darf auch Ihnen selbst gefallen, aber primär soll sie ihren Zweck erfüllen.

3. Beschränken Sie sich

Es soll gar nicht nur um rein visuelle Spielereien gehen, die keinen tatsächlichen Nutzen haben. Die sind in Zeiten wachsender Datenvolumen und schnellerer Internetzugänge nicht selbst das Problem (wobei diese Aussage nicht für alle Länder gilt. Vielleicht muss ihre Website auch in anderen Regionen der Welt funktionieren!?). Aber bedenken Sie: Nur weil ich theoretisch alles auf eine Website stellen kann, sollte ich es beim Relaunch nicht unbedingt tun.

Aus der Innensicht scheinen viele Dinge wichtiger als sie es für den Erfolg ihrer Website tatsächlich sind. Genauer sollte es daher heißen: Halten Sie Maß! Das gilt schon bei der Anzahl der Menüpunkte. (Maximal sieben sind ein guter Richtwert!) Es gibt aus Sicht der Suchmaschine sinnvolle Angaben zum Umfang ihrer Inhalte, aber die sind nicht allein maßgeblich. Auch aus technischer Sicht kann ein Zuviel an Inhalten wie Videos und Animationen oder auch Funktionen durch Plug-Ins schädlich sein. Dann wird es bestenfalls nur unübersichtlich, häufig aber leidet die Ladezeit der Seite oder sie wird auf manchen Endgeräten falsch dargestellt. Solche Korrekturen fressen Zeit.

4. Achten Sie auf eine saubere Umsetzung

Mit einer Website ist es wie mit einem guten Restaurant. Es sieht nicht nur im Gastraum gut aus, auch in der Küche, im Lager und in den Schränken ist es sauber und aufgeräumt. Ist dies nicht so, erschwert es allen Beteiligten die Arbeit und führt früher oder später zu einer schlechteren Qualität der Speisen und Getränke.

Die technische Umsetzung der Website ist die Basis dafür, dass die Seite zum Start sicher ist und auf allen relevanten Geräten funktioniert. Im Alltag nach dem Relaunch erleichtern die gut geplanten Grundlagen die Pflege des Inhalts und ermöglicht kleinere Anpassungen mit vertretbarem Aufwand. Nutzen Sie ein aktuelles Content Management System (CMS), das Sie auch dann weiter pflegen können, wenn der Web-Entwickler oder die Agentur nicht mehr da sein sollten. Berücksichtigen Sie schon früh, welche Sprachen Sie benötigen, ob andere Funktionen angebunden werden sollen (z.B. eine Produktdatenbank für den Online-Shop?) oder welche Inhalte in den nächsten Wochen und Monaten nach dem Relaunch noch erstellt werden. Kümmern Sie sich um einen zuverlässigen Dienstleister, der ihre Website hostet und für regelmäßige Updates sorgt.

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5. Machen Sie sich hübsch

Vor dem finalen Entwurf folgen in der visuellen Konzeption diverse Schritte, die gerne abgekürzt oder ganz unterschlagen werden. Nehmen Sie sich bitte die Zeit, beim Website-Relaunch auch auf professionelle Gestaltung Wert zu legen. Vielleicht haben Sie schon ein Corporate Design, dann sollte die Website darauf beruhen und es ergänzen. Es wirkt nicht professionell, wenn Visitenkarten oder Broschüren vollkommen anders daherkommen als der Webauftritt.

Manche Dinge (z.B. Schriftarten) funktionieren allerdings nicht im Internet, daher sind vielleicht Anpassungen notwendig. Aber es ist nicht sinnvoll „einfach mal zu machen.“ Die späteren Änderungen sind unverhältnismäßig aufwendig und damit teuer.

Welche Farben, Schriftarten und Bilderwelten nutzen Sie? Müssen noch Fotos, Grafiken oder Icons erstellt werden? Steht die Seite vielleicht unter einem übergreifenden Motto? Sieht die Seite auf allen Geräten gut aus? Wenn die visuellen Grundlagen des Unternehmens sowieso überarbeitet werden sollen, machen Sie das zuerst. Dann folgt die Website!

6. Lassen Sie sich finden

Eine Website nutzt erst dann etwas, wenn sie gefunden wird. Das geschieht leider nicht von alleine. Zwar hat google bei korrekter Umsetzung nach einigen Tagen ein Bild von ihrer Seite und versucht bereits, die Relevant für die Nutzer einzuschätzen, aber entscheidend für den Erfolg ist auch, wie sich die Nutzer ab sofort auf ihrer digitalen Präsenz verhalten. Verweilen Sie gerne angesichts des sehr nutzwertigen Inhalts? Teilen sie Inhalte mit ihren Bekannten und Freunden über diverse Soziale Medien? Kommentieren sie Beiträge und treten miteinander in einen Dialog?

Überlegen Sie sich vor dem Relaunch, wie Sie dies bewerkstellige wollen. Die Schlagworte, wenn es um das Gefunden werden geht, lauten meistens SEO und SEA, aber es gibt noch weitere Wege. Bewerben Sie Ihre Seite auch auf klassischen Kanälen wie Newslettern, der E-Mail-Signatur oder in Ihren Print-Produkten.

Prüfen Sie zudem vor der Festlegung der Inhalte, wie sich der Wettbewerb aufstellt und ob bestimmte Suchbegriffe (Keywords) überhaupt realistisch zu besetzen sind. Ansonsten müssen sie diese enger fassen (z.B. regionalisieren) oder austauschen.

7. Messen Sie ihren Erfolg und passen sich an

Digitale Kommunikation hat einen großen Vorteil gegenüber anderen Kanälen: Sie ist vergleichsweise gut messbar. Binden Sie unbedingt Google Analytics an Ihre Website an und erheben wichtige sogenannte Key Performance Indicator (KPI). Diese geben Ihnen Aufschluss darüber, ob die Seiten so funktionieren wie geplant. Ist dies nicht der Fall, passen Sie sie an. Sie können beispielsweise die Klickraten, Verweildauer, das Ranking in Suchmaschinen oder auch die Conversions beobachten und mittels A/B-Testings herausfinden, welche Maßnahmen den Erfolg der Seite verbessern.

Dies ist ein kontinuierlicher Prozess. Machen Sie nicht den Fehler, die Seite nach dem Relaunch über einen langen Zeitraum sich selbst zu überlassen. Regelmäßig neuer und nutzwertiger Inhalt und eine stetig optimierte Nutzererfahrung (UX) sind der Schlüssel, um lange Freude an der eigenen Website zu haben.

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zum Autor

Christian Wopen ist Prokurist, Digitalstratege und Branchenleiter Industrie bei der Agentur Sputnik. Er lernte bei der Tageszeitung das Journalistenhandwerk und berät seit über acht Jahren Unternehmen aus dem deutschen Mittelstand bei der Kommunikation.

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