Digitales Krisenmanagement mit Dark Sites

13. Juli 2021 // Lisa Völker

Homeoffice via Remote-Verbindung, Musik-Download oder Online-Shopping:  Gefahren bei der IT- und Datensicherheit lauern immer und überall. Und während die IT-Abhängigkeit von Unternehmen, Staat sowie Bürgern und Bürgerinnen immer größer wird, werden Cyber-Angriffe immer ausgefeilter. Die Folge: Das Schadenspotenzial bei einem Totalausfall nimmt im digitalen Zeitalter weiter zu. Eine gute Vorbereitung ist dann das beste Mittel, um im Ernstfall schnell reagieren zu können und eine Unternehmenskrise abzuschwächen oder gar zu verhindern. Wie Dark Sites dabei helfen können, erfahren Sie hier im Beitrag.

Vertrauensaufbau nach Cyberangriffen

Krisen sind im Wandel. Denn laut der Krisenpräventionsumfrage 2019 bleibt der Mensch selbst zwar Krisenursache Nummer eins, ist jedoch dicht gefolgt von der Technik. Was damit gemeint ist? Hackerangriffe, Shitstorms, Blackouts, Online-Proteste – Sie alle werden die zukünftige Agenda bestimmen. Unter den Teilnehmer*innen der Studie befinden sich erfahrene Krisenbeauftragte und Kommunikationsmanager*innen aus 85 Institutionen. Sie erwarten eine deutliche Zunahme der Digitalisierung und damit Komplexität der Krisenkommunikation sowie eine wachsende Bedeutung von sozialen Medien in der Krisenkommunikation.

Ein entscheidendes Instrument der digitalen Unternehmensstrategie in Krisenzeiten sind so genannte Dark Sites. Denn erfolgreiche Krisenkommunikation beginnt bereits in guten oder zumindest ruhigen Zeiten. In Ausnahmesituationen wie IT-Totalausfällen erwarten relevante Anspruchsgruppen wie Kunden, Mitarbeiter sowie auch die Öffentlichkeit und Presse, dass sie zuverlässig, schnell und transparent informiert werden. Dark Sites können dabei helfen, eine solche Krise zu meistern.

Was sind Dark Sites?

Eine Dark Site ist eine Website oder Landingpage, die vorbereitet mit wichtigen Informationen über das Unternehmen, seine Produkte und Führungskräfte, im Ernstfall jederzeit freigeschaltet werden kann.

Wichtige Bestandteile sind zum Beispiel:

  • vorbereitete Textbausteine
  • Pressemitteilungen
  • Hintergrundinformationen zu den Aufgabenbereichen
  • Fakten und Zahlen
  • Maßnahmen für Sicherheit, Umwelt, Gesundheit
  • Kontaktadressen, Hotline-Nummern und wichtige Ansprechpartnern

Die Seiten können als Microsites angelegt werden und haben bei Ausbruch einer Krise einen entscheidenden Geschwindigkeitsvorteil. Sie werden dann direkt durch aktuelle Informationen ergänzt und stehen nach Freischaltung den Nutzern sofort zur Verfügung.


Kernbotschaften einer Dark Site

Ziel einer Dark Site ist es einerseits, Journalisten, Betroffenen und der interessierten Öffentlichkeit aus erster Hand über die Ereignisse zu informieren, ohne, dass diese die ohnehin überlastete Pressestelle des Unternehmens kontaktieren müssen. Andererseits zeigt ein Unternehmen durch die schnelle Reaktion im Internet, dass es die Ereignisse ernstnimmt.

Diese vier Kernbotschaften sollten Dark Sites vermitteln:

  • Schnelligkeit & Aktualität
  • Glaubwürdigkeit & Kompetenz durch Hintergrundinformationen und Hilfestellung
  • Transparenz
  • Menschlichkeit durch Verständnis für Ängste oder Verärgerung

Mit Dark Sites einen Shitstorm abwehren

Eingerichtet mit Features eines Weblogs, wie beispielsweise einer Kommentarfunktion, können Dark Sites außerdem die Kommunikation von den sozialen Netzwerken „weglenken“ und so einen Shitstorm verhindern oder auf die eigene Website verlagern. Durch die vorherige Freischaltung der Kommentare über die Seitenadministratoren ist die Situation auf den Dark Sites besser zu lenken. Dort können Sie dann umfangreich antworten und auf vorbereiteten Fakten verweisen.

Sputnik unterstützt Sie beim digitalen Krisenmanagement

Um in einer Krisensituation schnell reagieren zu können, müssen Dark Sites sowie Nachrichten für soziale Netzwerke  gut vorbereitet werden. Wenn Sie professionelle Unterstützung benötigen, sind wir jederzeit für Sie da. Kontaktieren Sie gerne unser Team und lassen Sie sich zu unseren Leistungen beraten.


 

 

 

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Mit so schnöden, aber treffenden Bezeichnungen wie Marketingkaufmann und PR-Beraterin kann meist noch jeder etwas anfangen. Was aber sind Positionierungsdesigner und welche Aufgaben hat ein Brand Communication Manager? Und vor allem: Brauche ich den, wenn ich ein neues Produkt im Markt einführen will?

Kommunikation ist Vertrauenssache und wir vertrauen den Menschen mehr, die wir gut leiden können.

Hier sind sieben hilfreiche Tipps, wie Sie die Agentur oder den Berater finden, der zu Ihnen und ihrer Unternehmenskommunikation passt.

Wissen Sie schon, welche Kommunikationsmaßnahmen sie umsetzen wollen, kennen Zielgruppe, Zielmärkte und Kernbotschaften?

Dann sollten sie von allem, was Positionierung im Namen hat oder verkaufen will, Abstand nehmen. Denn Sie sind viel weiter, als diese Experten das gerne hätten. Es sei denn, Sie haben Zweifel an dem, was Sie tun und sind bereit, sich auf einen längeren Prozess des Hinterfragens einzulassen. Dann kann eine neue Positionierung genau das richtige für Sie sein.

Kennen Sie Ihr Budget?

Auch das kann bei der Auswahl eines Dienstleisters hilfreich sein. Sehr große Agenturen haben oft sehr hohe Stundensätze. Wenn Sie nur 2.000 Euro im Monat ausgeben wollen oder können, sollten sie diese gar nicht erst anfragen. Auch wenn es zu einem Geschäftsabschluss kommen sollte, können Sie sicher sein, es künftig mit Praktikanten und Anfängern zu tun zu bekommen. Das muss nicht schlecht sein, sind diese doch oft besonders motiviert. Sie können aber eben auch nicht erwarten, den Senior-PR-Berater bei jedem Anruf an die Strippe zu bekommen.

Spielt regionale Nähe eine Rolle?

Wenn ja, durchforsten Sie die Website nach dem oder den Standorten des Dienstleisters. Fragen Sie ganz gezielt, wie viele Leute an Ihrem präferierten Ort arbeiten. Denn nur weil Sie mit Ihrer Google-Suche „Agentur Dortmund“ bei Anbieter XY gelandet sind, heißt das nicht, dass dieser auch tatsächlich dort einen Sitz und Mitarbeiter hat. Zudem: Auch in Elmshorn kann man für ein Unternehmen aus Bamberg gute Unternehmenskommunikation und PR machen. Nur ist es manchmal eben doch besser, nah dran zu sein. Besonders, wenn es Ihnen wichtig ist, dass der Dienstleister häufiger bei Ihnen aufschlägt.

Wie finde ich eine gute PR-Agentur?

Gibt es Referenzen aus der Branche?

Auch hier gilt wieder: Es muss nicht unbedingt ein Ausschlusskriterium sein, wenn eine Agentur keine Referenzen aus Ihrer Branche vorweisen kann. Je nachdem, welche Projekte Sie mit dem Dienstleister umsetzen wollen, kann es sogar ziemlich egal sein. Denn oft entscheidet nicht die Branche, sondern die Maßnahme. Was uns auch gleich zu Punkt 5 führt…

Sie wollen mit Ihren Themen in die Publikumspresse?

Dann fragen Sie besser keine Marketingagentur an, auch wenn sie viele Referenzen aus genau Ihrer Branche vorweisen kann. Denn E-Mail-Marketing ist eine andere Disziplin als PR. Teilweise ist der Ansatz und die Denke eine komplett andere, auch wenn beide Dienstleister auf den ersten Blick die gleichen Leistungen anbieten. Sind Sie sich unsicher, lassen Sie sich das Vorgehen erklären.

Wollen Sie ausschließlich ein Projekt in der Unternehmenskommunikation umsetzen oder könnten Sie sich vorstellen, mehrere und unterschiedliche Aufgaben an einen Dienstleister zu übertragen?

In erstem Fall ist die Sache klar. Nehmen Sie einen Spezialisten, auch wenn dieser vielleicht nur zwei Mitarbeiter beschäftigt. Für den zweiten Fall könnten Generalisten hilfreicher sein. Zwar gibt es in Deutschland vermutlich nur eine Handvoll guter Full-Service-Agenturen, die sowohl den Namen verdient haben als auch in vielen Disziplinen sehr gute Ergebnisse liefern. Dennoch sind auch die 10.000 anderen so genannten Full-Service-Dienstleister nicht per se schlecht. Fragen Sie einfach nach der Spezialisierung und setzen sie diese in Verhältnis zur Mitarbeiterzahl. Wird auch auf Nachfrage behauptet, eine Agentur mit 15 Mitarbeitern könne SEO, PR, Webdesign, Werbung und Unternehmenskommunikation gleichermaßen, nehmen Sie schnell Reißaus.

Fragen Sie nach dem Kennenlernen, wer demnächst für Sie arbeiten würde.

Hört sich komisch an, ist aber wichtig. Sie müssen (und sollten) Ihren künftigen Ansprechpartner ja nicht gleich heiraten. Aber sympathisch sollte er Ihnen schon sein. Es ist keine gute Voraussetzung, wenn Sie bei Telefonaten mit dem Dienstleister immer ein negatives Gefühl haben – auch wenn die Arbeitsergebnisse gut sind. Kommunikation ist Vertrauenssache und wir vertrauen den Menschen mehr, die wir gut leiden können. Gerade bei einer dauerhaften Zusammenarbeit mit einer Agentur sollte der Nasenfaktor also stimmen.

Fazit: Googeln ist gut – Kontrolle ist besser. Soll heißen: Vertrauen Sie Ihr Budget auf der Suche nach einer Agentur für Unternehmenskommunikation und PR nicht gleich dem erstbesten Dienstleister an. Fragen Sie sich vielmehr ganz genau, was sie selbst wollen – und fragen Sie dann ebenso genau, was sich hinter der Website und den Angeboten einer Agentur tatsächlich verbirgt.

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zum Autor

Lisa Völker ist PR-Redakteurin im Branchenteam Industrie, Energie und Bau bei Sputnik. Zuvor hat die geborene Berlinerin in den Niederlanden studiert und dort auch ihren Master of Science in Corporate Communications erlangt. Nach einer einjährigen Weltreise kehrte die Freigeistlerin in das idyllische Münsterland zurück, um sich dort wieder ihrer Leidenschaft – dem Schreiben – zu widmen.

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