Medientraining: Hilfe, das Fernsehen kommt!

27. November 2014 // Redaktion

Der Kontakt mit den Medien bedeutet für Sie eine gute Chance, um sich in der Öffentlichkeit positiv darzustellen. Gleichzeitig kann diese Situation aber auch Risiken mit sich bringen, wenn Sie unvorbereitet in ein solches Gespräch gehen. Daher wollen wir Ihnen hier einige Tipps zum Umgang mit den Medien an die Hand geben.

Eine intensive Vorbereitung ist die Basis für einen gelungenen Auftritt in den Medien.

Zu der Vorbereitung gehört eine umfassende Recherche über den Gesprächspartner und das jeweilige Medium, für welches der Journalist arbeitet. Außerdem empfehlen wir vorab, Hintergrundinformationen von Experten einzuholen, Kernbotschaften festzulegen, die Sie an die Öffentlichkeit transportieren wollen und auch mögliche Fragen zu antizipieren, um insbesondere schwierige Fragen gekonnt zu beantworten. Gut vorbereitet können Sie den Satz: “Dazu will ich mich nicht äußern.” auf jeden Fall vermeiden. Denn dies wirkt fast immer so, als ob sie etwas zu verbergen hätten. Klären Sie unbedingt im Vorfeld ab, wozu Sie befragt werden, in welche Richtung die Fragen gehen oder ob noch andere Interviewpartner befragt werden und wer diese sind, falls dies bejaht wird.

Besonderheiten des Mediums TV

Das Medium Fernsehen weist Besonderheiten auf, die bei der Vorbereitung auf einen TV-Auftritt entsprechend berücksichtigt werden sollten.

Es gilt: Im Fernsehen ist vor allem die Optik entscheidend, weniger die inhaltliche Kompetenz! O-Töne sind meist so kurz, dass Sie keine große Tiefe haben können. Dies ist auch von den Fernsehmachern nicht gewünscht. Also scheuen Sie sich nicht, als Experte aufzutreten, wenn Sie komplexe Dinge anschaulich erklären können.

  1. Aufzeichnungssort: Idealerweise findet das Interview im Fernsehstudio statt, denn dort herrschen optimale Bedingungen für Ihren TV-Auftritt, wie zum Beispiel die Licht-und Toneinstellungen. Wenn der Dreh in Ihrem Unternehmen stattfinden soll, ist es wichtig, den richtigen Ort zu wählen. Es eignen sich das Büro, die Eingangs- oder auch die Produktionshalle. Je nachdem, welche Aussage Sie treffen wollen. Achten Sie aber auch auf Kleinigkeiten: Bringen Sie Ordnung in Ihr Büro und setzen Sie das Logo des Unternehmens gekonnt in Szene. Und während des Interviews gilt: Handy aus!
  2. Kleidung: Achten Sie auf die richtige Wahl Ihrer Kleidung. Weiße Oberhemden bzw. Blusen sollten gemieden werden, ebenso wie gepunktete oder karierte Kleidung. Es empfiehlt sich, Anzüge bzw. Kostüme in Pastellfarben, dunkelblau oder dunkelgrau und dazu passend hellblaue oder –graue Hemden bzw. Blusen zu wählen. Bitte kein knallrot, wenn Sie sowieso schon ein sehr präsenter Typ sind, dies wirkt aggressiv und aufdringlich.
  3. Körpersprache: Die Körpersprache umfasst Gestik, Mimik und Körperhaltung, mit der Sie die Aussage Ihrer gesprochenen Worte unterstützen können. Halten Sie Blickkontakt mit Ihrem Gesprächspartner und wenden Sie diesem Ihren Oberkörper zu, denn das signalisiert Offenheit. Auf der anderen Seite können verschränkte Arme und das Wegdrehen des Kopfes Verschlossenheit und Distanz darstellen.
  4. Medientraining: Versuchen Sie sich durch professionelles Medientraining auf die Interview-Situation vor der Kamera vorzubereiten. Es bietet sich ebenfalls an, mit Kollegen die Situation vor einer Kamera nachzustellen. Im anschließenden Feedback erfahren Sie mehr über die Wirkung Ihres Auftritts und Ihrer Worte. So können Sie Stärken und Schwächen schon im Vorhinein analysieren.
  5. Atmung und Entspannung: Um Nervosität und Lampenfieber entgegen zu wirken, können Sie Atmung- und Entspannungsübungen ausprobieren. Ein weiterer Tipp: Freuen Sie sich auf den Fernsehauftritt, dann fällt es Ihnen leichter vor der Kamera natürlich zu sprechen.
  6. Stimme und Sprache: Mit Ihrer Stimme können Sie vom ersten Augenblick an bei Ihren Zuhörern punkten! Sprechen Sie am besten langsam und deutlich und betonen Sie die wichtigsten Aussagen. Auch gezielte Pausen können Ihnen helfen, das Gesagte wirken zu lassen und Rückfragen zu ermöglichen.
  7. Nahrung: Es klingt banal, aber achten Sie insbesondere darauf, dass Sie während der TV-Aufzeichnung keine Essensreste zwischen den Zähnen haben. Auch das schönste Lächeln kann dadurch zerstört werden. Außerdem empfiehlt es sich weder hungrig in eine TV-Aufzeichnung zu gehen, noch zu viele oder zu schwere Speisen kurz vorher zu sich zu nehmen. Während Ihres Auftritts im Fernsehen ist es am besten stilles Wasser als Getränk zu wählen.

Versuchen Sie sich möglichst natürlich vor der Kamera zu geben. Authentizität transportiert Glaubwürdigkeit und bringt Ihnen Sympathiepunkte beim Publikum.

Ein guter Ratgeber zur Vorbereitung für den Umgang mit Medien und Journalisten ist zum Beispiel das Buch “Medientraining – Tipps zur Vorbereitung und Praxisrelevante Fragenkataloge” von Michael Diegelmann, Ulrich Wiehle und Henryk Deter. Wiesbaden: cometis AG.

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