Veröffentlicht am: 5. Dezember 2023Von: Kategorien: PR

Alle Jahre wieder, kurz vor Weihnachten und Jahreswechsel, wird besonders fleißig formuliert in den Kommunikationsabteilungen der Unternehmen. Die wiederkehrende Aufgabe lautet, die herzlichsten, tiefsinnigsten, unterhaltsamsten, ergreifendsten, mit anderen Worten die besten Weihnachts- und Neujahrswünsche zu ersinnen, die je verschickt und gepostet wurden. Aller Welt auf allen Kanälen frohe Festtage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr zu wünschen, das ist Gesetz. Ohne, geht es nicht. Oder doch?

Verlässlich wie Ebbe und Flut fluten Weihnachts- und Neujahrsgrüße jeden Dezember aufs Neue das Internet und die Briefkästen – die analogen wie die digitalen. Da wird sich für die tolle Zusammenarbeit bedankt, für das entgegengebrachte Vertrauen, nur das Beste für die Zukunft gewünscht – für die liebe Familie ebenfalls – und natürlich auf die fast schon unvermeidliche Spende hingewiesen, mit der man auch im Namen des Adressaten diese oder jene soziale – bestenfalls noch lokale – Einrichtung unterstütze. Seit Geschenke an Kundinnen und Kunden aus Compliance-Gründen nicht mehr opportun sind, wird viel gespendet. Und der Dezember ist der unangefochtene Spenden-König unter den Monaten. Laut Statista summierten sich die Geldspenden im letzten Monat des vergangenen Jahres auf durchaus beeindruckende 1.019 Millionen Euro.

Die Tradition Tradition sein lassen

Aber wie immer, wenn es von einer Sache (Geld ausgenommen) zu viel gibt: Man wird ihrer früher oder später überdrüssig. Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnis und der Tatsache, dass in der Masse ohnehin das meiste untergeht, stellt sich die Frage: Wie sinnvoll ist es für Unternehmen, jedes Mal in diesen Chor der herzlichen Grüße und guten Wünsche einzustimmen? Wäre es strategisch nicht ratsamer, die gute alte Tradition der Jahresendgrüße Tradition sein zu lassen und etwas anderes zu machen? Damit ist nicht gemeint, auf Dank und warme Worte an die Kundschaft grundsätzlich zu verzichten. Aber Unternehmen, die sich damit mitten aufs Jahr verlegen, werden fraglos mehr Aufmerksamkeit erfahren. Einfacher kommt man kaum an ein Alleinstellungsmerkmal.

Und so ein Alleinstellungsmerkmal ist grundsätzlich eine schöne Sache. Es hilft, sich von der Konkurrenz abzuheben, die Bindung zu Kundinnen und Kunden zu fördern, den Absatz zu steigern, kurzum, die eigene Marktposition zu stärken. Es gibt also gewichtige Argumente gegen die gewohnte Art zu Weihnachten und Jahreswesel zu kommunizieren. Im Wesentlichen sind das:

  1. Übersättigung und mangelnde Originalität: In der Zeit zwischen den Jahren sind die Postfächer oft überfüllt mit Werbebotschaften. Viele Unternehmen verschicken austauschbare Standardgrüße, die leicht übersehen werden.
  2. Multikulturalität und Diversität: Weihnachten ist ein christliches Fest, und nicht alle Kundinnen und Kunden teilen diese religiöse Zugehörigkeit. Unternehmen sollten darauf bedacht sein, niemanden auszuschließen oder zu verärgern.
  3. Stress und Hektik: Weihnachten und der Jahreswechsel sind für viele Menschen stressig. Werbung und Verkaufsangebote können in dieser Situation als zusätzliche Belastung wahrgenommen werden.

Wer aus der Reihe tanzt, fällt auf

Andererseits ist der grundsätzliche Verzicht auf die traditionellen Grüße ein Bruch mit Konventionen und damit eine heikle Angelegenheit. Wer aus der Reihe tanzt, fällt immer auf, aber nicht immer positiv. Es ist nicht ausgeschlossen, als jenes Unternehmen beim Kunden in Erinnerung zu bleiben, das nicht einmal zu Weihnachten einen kurzen Gruß für nötig erachtet. Eine nichterfüllte Erwartungshaltung führt schnell zur Enttäuschung und zu negativen Gefühlen. Das kann auch nicht gewollt sein.

Zudem verspricht der traditionelle Weihnachts- und Neujahrsgruß Vorteile, die bei dieser Betrachtung nicht außen vor bleiben dürfen. Besonders zu nennen sind in diesem Zusammenhang:

  1. Kundenbindung und Wertschätzung: Weihnachten und der Jahreswechsel sind traditionell Zeiten der Dankbarkeit und Wertschätzung. Die Kommunikation zu diesen Anlässen bietet Unternehmen die Gelegenheit, ihrer Kundschaft für ihre Treue zu danken und eine emotionale Bindung aufzubauen.
  2. Umsatzsteigerung: Die Feiertage sind für viele Menschen eine Zeit des Schenkens. Sonderangebote, Rabatte und exklusive Weihnachtsangebote sind durchaus geeignet, die Umsätze zum Ende des Geschäftsjahrs nochmal zu steigern.
  3. Tradition und Erwartungen: Viele Kundinnen und Kunden erwarten, dass Unternehmen sich zu Weihnachten und zum Jahreswechsel melden. Es könnte als unhöflich oder unprofessionell empfunden werden, wenn diese Tradition ignoriert wird.

Beides machen!

Mit anderen Worten: Eine Weihnachts- und Jahreswechselkommunikation kann nach wie vor effektiv sein. Vorausgesetzt, sie wird sorgfältig und strategisch umgesetzt. Dazu zählt auch, die Erwartungen und Bedürfnisse der Kunden zu berücksichtigen und kreative Wege zu finden, die Botschaften zu übermitteln.

Das heißt, die anfängliche Frage, ob es nicht auch ohne Weihnachts- und Neujahrsgruß geht, ist nicht unzweifelhaft mit Ja oder Nein zu beantworten. Eindeutig ist allerdings die Schlussfolgerung, die sich daraus ziehen lässt: beides machen – ein paar wohlformulierte Weihnachts- und Neujahrsgrüße verschicken als auch ein paar warme Worte des Dankes für die Zusammenarbeit mitten im Jahr!

Wir beraten Sie gerne – und wünschen Ihnen und Ihrer Liebsten auch auf diesem Weg gesegnete Weihnachtstage! Kommen Sie gut ins Neue Jahr!

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zum Autor

Jens Koenning

Jens Könning ist Public Relations-Berater bei Sputnik und betreut als solcher vor allem Unternehmen aus der Branche Transport & Logistik. Irritierender Weise hat er bis heute trotzdem keinen Faible für PS-starke Lastwagen entwickelt. Ein abgebrochenes Studium der Rechtswissenschaften, ein Volontariat und die als Redakteur und Pressereferent gesammelte Erfahrung machen ihn zu einem PR-Generalisten, der selbst aus der dünnsten Faktenlage noch die allerfeinste Pressemitteilung meißelt.