PR für Fachmedien: Warum Fachzeitschriften (noch) so wichtig sind

Übersicht 1. Februar 2017 // Marlen Benen

Außerhalb der Branche kennt sie vermutlich kaum jemand. Aber in ihrer eigenen Welt sind Fachzeitschriften unverzichtbar – gerade für die Kommunikation im B2B-Bereich. Noch. Denn natürlich stehen auch sie in Konkurrenz zu digitalen Medien.

Was ist überhaupt eine Fachzeitschrift?

Haben Sie schon mal in der bbr geblättert – der Fachzeitschrift zur Herstellung, Verarbeitung und Anwendung von Bändern, Blechen, Rohren und Profilen? Nein? Dann vielleicht im PR-Magazin oder dem Möbelspediteur? Hinter den teils kuriosen Namen verbergen sich professionelle Magazine, die jeweils ganz bestimmte Zielgruppen bedienen. Und genau das ist ihr Erfolgsgeheimnis.

Wer liest eigentlich Fachmedien?

Zur professionellen und fachlichen Information im beruflichen Umfeld möchte kaum jemand auf sie verzichten. Aus diesem Grund verwundert es nicht, dass die Fachmedienanzahl seit Jahrzehnten relativ konstant ist. Konkret: 3893 Fachzeitschriftentitel wurden laut Erhebung des Vereins Deutsche Fachpresse 2015 aufgelegt. Die verbreitete Auflage beträgt dabei 508 Millionen Exemplare.

Der Gesamtumsatz der Fachmedienhäuser lag demnach bei 3,35 Milliarden Euro, das Umsatzplus bei 3,2 Prozent und betraf vor allem den Online-Bereich. Mit diesen Dimensionen steht der deutsche Markt übrigens auf weiter Flur alleine, im Ausland ist eine derartige Vielfalt unbekannt.

Zur Abgrenzung: Nichts gemein haben Fachzeitschriften mit Special-Interest-Zeitschriften. Diese bilden die größte Gruppe der in Deutschland erscheinenden Printmedien mit etwa 22.000 Titeln und richten sich mit fachlich geprägten Spezialthemen an Menschen mit privatem Interesse am jeweiligen Thema. Häufig sind bestimmte Hobbys Anlass für das Lesen der Medien, ein Beispiel ist das Thema Fotografie. Allein zu diesem Thema finden sich mehr als 10 Zeitschriften in den Regalen der Bahnhofskioske.

PR für Fachmedien: viele Instrumente und Informationen

Fachmedien-PR ist für uns bei Sputnik nun tägliches Brot. Und das aus gutem Grund. Denn wie die „B2B-Entscheideranalyse 2015/16“ des Vereins Deutsche Fachpresse bestätigt, ist die Fachzeitschrift Informationsquelle Nummer eins für professionelle Entscheider. In der Nutzungsintensität liegen die Zeitschriften demnach noch vor digitalen Fachmedien und den digitalen Angeboten der Hersteller. Erreichen können wir als PR-Agentur die Fachmedien dabei auf ganz unterschiedliche (Text-)Arten:

  • Pressemitteilungen
  • Fachbeiträge
  • Fallbeispiele
  • Gastbeiträge
  • Gastkommentare
  • Unternehmensporträt
  • wissenschaftliche Texte

Dabei muss der Text ja nicht zwingend abgedruckt werden, viele Redaktionen beziehen auch ihre Hintergrundinfos über diese Texte.

Das schätzen die Profis an Fachmedien

In jedem Fall helfen die Fachzeitschriften den Lesern in einer immer komplexer werdenden Welt mit einem immer größer werdenden Pool an Informationen bei der Einordnung von Themen. Sie trennen wichtig von unwichtig und filtern Relevantes heraus. Für den Leser bietet dies Orientierungshilfe. Zugleich werden ihm die Informationen professionell und ansprechend aufbereitet. Die Lektüre ist im besten Fall nicht nur Arbeit, sondern vermittelt zugleich ein Zugehörigkeitsgefühl und den Eindruck, zuverlässig auf dem aktuellsten Stand zu sein. Selbst Werbung in Fachmedien wird laut der Studie von den Lesern positiv aufgenommen, da sie genau auf die Zielgruppe zugeschnitten ist.

Bevor Sie aber nun in die Tasten hauen und mal eben das nächste Fallbeispiel schreiben, beachten Sie doch bitte ein paar Tipps für Ihren Beitrag im Fachmedium:

  • Identifizieren Sie das richtige Medium für Ihr Anliegen. Informieren Sie sich also genau, welche Schwerpunkte eine Zeitschrift setzt, welche Textarten bevorzugt werden und wann welche Themen auf dem Redaktionsplan stehen. Nur so können Sie zielgenau schreiben und ihre Texte anbieten (sei es vor oder nach der Fertigstellung).
  • Bauen Sie persönliche Kontakte zu den Redaktionen auf: So können Sie am besten erfahren, was gefragt und interessant ist sowie welche Themen und Texte bevorzugt werden.
  • Schauen Sie über den Tellerrand hinaus: Die obligatorischen Medien als Abnehmer für Ihre Botschaften werden Sie recht schnell ausgemacht haben. Aber es lohnt sich, bei bestimmten Themen auch weitere Medien im Blick zu haben, die möglicherweise bestimmte Schwerpunkthefte planen und deshalb für Sie interessant werden können.

Lösen digitale Medien die Fachzeitschriften ab?

Dass die gedruckten Produkte aber zunehmender Konkurrenz durch die digitalen Medien ausgesetzt sind, zeigt auch eine Erhebung des Beratungs- und Planungs-Unternehmens agiplan in Zusammenarbeit mit der Unternehmer-Hochschule BiTS unter mehr als 1000 Führungskräften aus kleinen und mittelständischen sowie aus Großunternehmen. Demnach nutzen die meisten Entscheider noch bevorzugt Fachzeitschriften, glauben aber selbst mehrheitlich, dass neue Medien die Zeitschriften künftig als bevorzugte Informationsquelle ablösen werden. Wenn also (Fach-)webseiten, Blogs und Fachforen, Newsletter, Facebook-Seiten und Bewegtbild-Beiträge immer häufiger an Stelle von Fachzeitschriften treten, müssen nicht nur die Verlage reagieren, sondern auch PR-Agenturen und ihre Berater: Inhalte sind auch für diese Kanäle aufzubereiten und anzubieten.

zur Autorin

Marlen Benen arbeitet als PR-Redakteurin bei Sputnik. Hier betreut sie vornehmlich Kunden aus der Branche Gesundheit und Pflege sowie Konsumgüter und Dienstleistungen. Jahrelang war sie als Reporterin und CvD beim Sport-Informations-Dienst (SID) tätig. Als freie Redakteurin hat sie für verschiedenste Medien aus den Bereichen Wirtschaft, Kultur und Sport geschrieben.

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